Kräuternachrichten Nr. 25 – Von Hasenkäse, Zuckerplätzchenkraut und Käsepappeln

An sonnigen Wegrändern, an Böschungen, auf Wiesen und Brachflächen leuchten sie im Sommer in kräftigen Rosatönen – die Wilden Malven, auch Große Käsepappel genannt. 

Was mag die wilde Malve nur mit Käse und gar der Pappel zu tun haben? Der Käse ist schnell erklärt: dazu müssen wir uns nur die Samen anschauen, die wie ein runder Käselaib angeordnet sind:

Der Name Zuckerplätzchenkraut stammt aus der Eifel und bezieht sich ebenfalls auf die runde plätzchenartige Form der Samen, die grün gegessen werden.

Nun bleibt noch das Rätsel der „Pappel“ zu lösen. Mit den stattlichen Bäumen haben sie gewiss nichts zu tun. Gehen wir also in unserer Sprache ein paar Jahrhunderte zurück. Hier stoßen wir auf die Wörter „papp“ für Kinderbrei, Kleister und „pappen“ – Brei essen, zu essen geben, auch kleistern, kleben… 

Etwas das „pappig“ ist oder „zusammenpappt“ – im Badischen „bäppt“ -ist also klebrig, breiartig. 

Ja, und wo kommt wohl das breiartige her? Es sind die Schleimstoffe, pflanzliche Inhaltsstoffe, die in allen Malvengewächsten (Malvaceae) reichlich vorhanden sind und diese zu wertvollen Heilpflanzen machen.

Pflanzliche Schleimstoffe 

Das sind quellfähige Zuckerstoffe, die in Verbindung mit Wasser Schleim bilden. Dieser Schleim wirkt einhüllend und reizmildernd auf Haut und Schleimhäute. Er bildet einen Schutzfilm, der bei Halsschmerzen, trockenem Reizhusten, bei Zahnfleisch- und Hautentzündungen sowie Ekzemen lindernd wirkt. 

Schleimstoffe schwächen das Geschmacksempfinden ab. Man kann sie z.B. Bitterkräutern beimischen, um den bitteren Geschmack etwas zu dämpfen, ohne dass die Wirkung verringert wird.

Schleimstoffe kommen in fast allen Pflanzen mehr oder weniger konzentriert vor. Reis- oder Haferschleim haben in der Volksheilkunde ihren festen Platz bei entzündeter Magenschleimhaut. Leinsamen und Flohsamen verdanken ihre hohe Quellfähigkeit ebenfalls diesen quellfähigen Zuckerstoffen.

Neben der Großen Käsepappel gibt es noch die Kleine Käsepappel, die Wegmalve (Malva neglecta). Sie hat deutlich kleinere, fast weißliche Blüten und ist häufig in Siedlungsbereichen und Gärten anzutreffen. Auch der Eibisch und die stattlichen Stockrosen aus unseren Gärten zählen zu den Malvengewächsen.

Erste Hilfe …

bei Unternehmungen draußen in der Natur können die Malven bei Verbrennungen, Insektenstichen und kleineren Wunden leisten. Dazu werden die Pflanzenteile zerrieben oder zerkaut, auf die betroffenen Stellen aufgelegt und fixiert. 

Und zu guter Letzt: ein Salat oder ein Dessert, dekoriert mit den essbaren Malvenblüten, schmeckt nochmal so gut und ist auf jedem Büfett ein Hingucker.

Kräuternachrichten Nr. 24 – Zum Jahresausklang

Die meisten Bäume haben nun ihre Blätter abgeworfen, mehrjährige Stauden ihre Kraft in den Wurzeln eingelagert und die einjährigen vertrauen auf ihre Samen, die in der Erde schlummern, um im Frühjahr zu neuem Leben zu erwachen. Überall in der Natur ist Ruhe eingekehrt.

Die kurzen Tage um die Wintersonnenwende und zwischen den Jahren bergen für viele von uns einen besonderen Zauber. Wir halten inne, kommen zur Ruhe, lassen das zu Ende gehende Jahr Revue passieren. Was gab es in diesem Jahr an besonderen Ereignissen, was mag das neue Jahr bringen?

Wer möchte kann jetzt Haus oder Wohnung räuchern, um Altes aus den Winkeln zu vertreiben, zu reinigen und Platz für neue Energien zu schaffen. Dazu braucht es nicht unbedingt eine aufwändige Räucher-mischung. Eine Zutat reicht, die in den meisten Haushalten zu finden ist: Wacholderbeeren. Wacholderrauch wurde seit jeher zum Reinigen von Krankenzimmern verwendet. Dazu wurden die Nadeln, das Holz und die Beeren verwendet. Wir nehmen die zermörserten Beeren und streuen sie auf glühende Kohlen. Der wohlriechende Duft hat klärende und desinfizierende Wirkung.

Wacholderbeeren färben sich im dritten Jahr blau, erst dann sind sie reif

Zum Jahresausklang ein herzliches Dankeschön!

Diese Kräuternachrichten zum Jahresende möchte ich wie jedes Jahr zum Anlass nehmen, mich bei Euch und Ihnen ganz herzlich zu bedanken. Für die vielen Anregungen – ich lerne jedes Jahr Neues dazu – für interessante Gespräche auf meinen Kräuterwanderungen und überhaupt für Euer Interesse an den Pflanzen und ihren wunderbaren Kräften.

Ich wünsche Euch und Euren Lieben frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage und alles Gute für ein glückliches und gesundes Jahr 2026.

10 Jahre grün & wild

Das Jahr 2024 ist für mich ein Jubiläumsjahr: 10 Jahre „grün & wild“. Das möchte ich an den Tagen der offenen Gärten, am 8. und 9. Juni mit Euch und Ihnen mit Gartenführungen, Gesprächen bei Kaffee und Kuchen, einem kleinen Kräuterworkshop und einer Lesung feiern.

Das genaue Programm wird Ende Mai hier veröffentlicht.

Gemeinsam gegen Hass und Hetze

Demo für Vielfalt, Toleranz und Miteinander am Sonntag, 21.04.2024, um 14 Uhr auf dem Marktplatz Angermünde

Lasst uns ein Zeichen für eine offene, vielfältige Gesellschaft setzen.

Dass wir in einer Demokratie leben, dass wir Freiheit leben können ist für mich ein sehr wichtiges Anliegen – auch wenn es auf den ersten Blick nichts mit Pflanzen und Kräutern zu tun haben mag. Auf den zweiten Blick sind Vielfalt, Toleranz und Miteinander in der Pflanzenwelt sehr wohl ein Thema!

„Natur im Garten“ gibt es nun auch in Brandenburg

Gegründet wurde die Initiative „Natur im Garten“ in den 90er-Jahren in Niederösterreich. Ziel von „Natur im Garten“ ist es, wieder mehr Natur in die Gärten zu bringen; durch eine umweltschonende Bewirtschaftung, die u.a. mit Verzicht auf Torf, synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel einhergeht, den Tieren – Vögeln, Wildbienen, Schmetterlingen, Schlangen, Fröschen und dem Igel – im Garten Unterschlupf und Nahrung anzubieten.

Inzwischen ist aus dieser Initiative eine richtig starke Bewegung geworden, die weit über die österreichischen Grenzen hinaus geht. Auf der Webseite von Natur im Garten Österreich gibt es unendlich viele Tipps und Infos zum Thema Naturgarten.

Inzwischen ist Natur im Garten auch in Brandenburg angekommen. Wer einen Naturgarten hat und sich für die Auszeichnung in Form der Plakette bewerben möchte, findet hier die Infos:

Natur im Garten Brandenburg

Zum Jahresausklang…

… möchte ich mich mit einem Bild der Königskerze verabschieden. Die leuchtend gelben Blüten bringen Sommerwärme in die dunklen Wintertage – gerade jetzt sind sie wunderbare Helfer bei Husten und angegriffenen Stimmbändern.
Die Königskerze enthält, wie auch der Spitzwegerich, ein pflanzliches Antibiotikum, das Aucubin. Man trinkt die Blüten als Tee, gemischt mit anderen Hustenpflanzen (wie Thymian). Bei Heiserkeit kann man mit dem Teeaufguss der „Wollblume“ – wie die Königskerze auch genannt wird – mehrmals täglich gurgeln.


… ein herzliches Dankeschön


Im Kräuterreich gibt es so unendlich viel zu entdecken und jede von uns hat ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit den pflanzlichen Helfern gemacht. Und weil wir alle unterschiedliche Erfahrungen mit der Wirkung der Pflanzen mitbringen, ist es für mich, als „alte Kräuterhäsin“ so spannend, wenn wir uns auf meinen Kräuterführungen austauschen. Ich lerne wirklich jedes Mal etwas Neues dazu!

Zum Jahresausklang möchte ich Euch für Euer Interesse an den Kräutern und die vielen anregenden und belebenden Gespräche danken.
Meinen Partner/innen danke ich für die inspirierende, erfolgreiche Zusammenarbeit.
Ich wünsche Euch und Ihnen frohe und ruhige Festtage im Kreise lieber Menschen und einen guten Start in ein wunderbares neues Jahr 2024. Und bleiben Sie gesund!
Ich freue mich jetzt schon auf die neue Kräutersaison.

 

 

Gedanken zum Jahresausklang


Die Zeit um Weihnachten und zwischen den Jahren ist für mich immer eine besondere Zeit – eine Zeit, in der ich zurückblicke auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf das neue wage. Schon seit vielen Jahren schreibe mir die wichtigsten Dinge, die übers Jahr passiert sind auf. Es ist nicht immer nur Schönes – dieses Jahr mussten wir unsere Hündin Casa einschläfern lassen, die uns 16 Jahre begleitet hat. Aber es gibt auch sehr berührende Erlebnisse zu berichten: am 15. September waren bei uns und in den umliegenden Gärten früh morgens viele Tausend Rauch- und Mehlschwalben. Sicherlich ein Schwarm auf dem Zug gen Süden. Sie flogen immer wieder auf, drehten ein paar Runden, um dann in den Bäumen zu landen. Das Naturschauspiel dauerte vielleicht ein halbe Stunde, und als wenn das nicht schon genug Spektakel wäre, bildete sich auf der Wiese im Nebel noch ein seltener „Nebelbogen“, der von der aufgehenden Sonne angestrahlt wurde.

Kräuternachrichten Nr. 20 – Ach, du grüne Neune …

Kräuternachrichten Nr. 20 – Frühling 2023

 

Neun Kräuter waren es meist, mit denen sich unsere Vorfahren im Frühling mit der erwachenden Natur verbanden. Traditionell wurde dazu eine Kräutersuppe zubereitet, in der die ersten jungen Brennesseln, Gierschblättchen und Blätter vom Löwenzahn auf keinen Fall fehlen durften. Die weiteren Kräuter konnten je nach Region variieren, immer waren es aber “Allerweltskräuter” die um Haus und Hof zu finden waren: Gundelrebe, Hirtentäschel, Vogelmiere, Taubnesseln, Schafgarbe, Sauerampfer, Brunnenkresse, Scharbockskraut, Gänseblümchen, Breit- oder Spitzwegerich, Bärlauch, Schnittlauch …
Bis ins vergangene Jahrhundert wurde in vielen Gegenden Deutschlands in der Karwoche die “Gründonnerstagssuppe” aus neunerlei Wildkräutern zubereitet. Ja, die Menschen damals kannten noch den Segen dieser wohl schmeckenden Vitaminspender, die den Winter mit Macht aus den Knochen vertreiben.

Szenische Lesung am Stolper Turm, Dienstag, 05.09., 18.00 Uhr

Marina Delzer und Roland Schulz lesen und spielen 7 Szenen aus dem Roman „Die Hüterin des Stolper Turmhügels“ an Originalschauplätzen. Dabei geht es in das 18 Meter hohe Verlies des Turmes, auf sein Dach, das faszinierende Ausblicke verspricht, zu Fürstengräbern und …

Im Roman „Die Hüterin des Stolper Turmhügels“ werden 2000 Jahre Geschichte lebendig. Klar, der um 1200 errichtete Grützpott mit seinem unglaublichen Weitblick über das Odertal spielt eine bedeutende Rolle. Vielleicht noch spannender war das halbe Jahrtausend, als Slawen hier siedelten, lebten und handelten. Oder die Zeit der Völkerwanderung, als Burgunder die Uckermark verließen und im heutigen Frankreich siedelten …

weitere Infos und Anmeldung unter info (at) zeitenschreiber.de oder telefonisch unter 033338 85411

Kräuter und bunte Mauerblümchen am Fuße des alten Grützpotts

Im Wald und auf den Wiesen rund um die alte Stolper Burg gibt es rund ums Jahr viele bunte Kräuter und Blumen zu bestaunen. Unser Kräuterspaziergang beginnt am Parkplatz. Auf den wenigen Hundert Metern zur Burg durchstreifen wir ein kleines Waldstück und betrachten die typischen Waldkräuter und -gehölze von ihrer heilkundlichen Seite.

Am Stolper Turm angelangt, lassen wir die Kräuter und Blumen ersteinmal hinter uns und gehen ins Verlies und anschließend auf den alten Turm. Bei dieser ca. einstündigen Turmführung gibt es viele Infos zur spannenden und geheimnisvollen Geschichte des alten Grützpotts und seiner Umgebung. Wir beenden die Turmführung auf der Aussichtsplatform mit einem fantastischen Rundblick über die Landschaft des Odertals.

Nun steigen wir wieder hinab vom Turm und widmen uns noch einmal den Kräutern und Mauerblümchen, diesmal auf den Wiesen rund um die alte Burg. Hier gibt es Wiesensalbei, Wegwarte, Johanniskraut und viele andere zu entdecken. Neben heilkundlichen Aspekten erfahren Sie auf diesem Kräuterspaziergang auch vieles über die Verwendung der Kräuter in der Küche. Dabei werden wir das ein oder andere Kraut auch direkt verkosten.

Dauer der Führung incl. Turmführung: 3 Stunden

Termine, Preise und weitere Infos dazu finden Sie hier

Ich bin dabei!

Die Initiative Gastfreundschaft mit Verantwortung wurde 2021 im Zuge der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Zum Glück hat sich die Situation mittlerweile so weit entspannt.

Dennoch sei Ihnen versichert, dass Ihr Wohlbefinden und Ihre Sicherheit bei mir an erster Stelle stehen. Sie können sich darauf verlassen, dass ich auf meinen Führungen und bei meinen Workshops alles dafür tue, um Ihre und unsere Gesundheit zu schützen.