An sonnigen Wegrändern, an Böschungen, auf Wiesen und Brachflächen leuchten sie im Sommer in kräftigen Rosatönen – die Wilden Malven, auch Große Käsepappel genannt.
Was mag die wilde Malve nur mit Käse und gar der Pappel zu tun haben? Der Käse ist schnell erklärt: dazu müssen wir uns nur die Samen anschauen, die wie ein runder Käselaib angeordnet sind:

Der Name Zuckerplätzchenkraut stammt aus der Eifel und bezieht sich ebenfalls auf die runde plätzchenartige Form der Samen, die grün gegessen werden.
Nun bleibt noch das Rätsel der „Pappel“ zu lösen. Mit den stattlichen Bäumen haben sie gewiss nichts zu tun. Gehen wir also in unserer Sprache ein paar Jahrhunderte zurück. Hier stoßen wir auf die Wörter „papp“ für Kinderbrei, Kleister und „pappen“ – Brei essen, zu essen geben, auch kleistern, kleben…
Etwas das „pappig“ ist oder „zusammenpappt“ – im Badischen „bäppt“ -ist also klebrig, breiartig.
Ja, und wo kommt wohl das breiartige her? Es sind die Schleimstoffe, pflanzliche Inhaltsstoffe, die in allen Malvengewächsten (Malvaceae) reichlich vorhanden sind und diese zu wertvollen Heilpflanzen machen.
Pflanzliche Schleimstoffe
Das sind quellfähige Zuckerstoffe, die in Verbindung mit Wasser Schleim bilden. Dieser Schleim wirkt einhüllend und reizmildernd auf Haut und Schleimhäute. Er bildet einen Schutzfilm, der bei Halsschmerzen, trockenem Reizhusten, bei Zahnfleisch- und Hautentzündungen sowie Ekzemen lindernd wirkt.
Schleimstoffe schwächen das Geschmacksempfinden ab. Man kann sie z.B. Bitterkräutern beimischen, um den bitteren Geschmack etwas zu dämpfen, ohne dass die Wirkung verringert wird.
Schleimstoffe kommen in fast allen Pflanzen mehr oder weniger konzentriert vor. Reis- oder Haferschleim haben in der Volksheilkunde ihren festen Platz bei entzündeter Magenschleimhaut. Leinsamen und Flohsamen verdanken ihre hohe Quellfähigkeit ebenfalls diesen quellfähigen Zuckerstoffen.
Neben der Großen Käsepappel gibt es noch die Kleine Käsepappel, die Wegmalve (Malva neglecta). Sie hat deutlich kleinere, fast weißliche Blüten und ist häufig in Siedlungsbereichen und Gärten anzutreffen. Auch der Eibisch und die stattlichen Stockrosen aus unseren Gärten zählen zu den Malvengewächsen.
Erste Hilfe …
bei Unternehmungen draußen in der Natur können die Malven bei Verbrennungen, Insektenstichen und kleineren Wunden leisten. Dazu werden die Pflanzenteile zerrieben oder zerkaut, auf die betroffenen Stellen aufgelegt und fixiert.
Und zu guter Letzt: ein Salat oder ein Dessert, dekoriert mit den essbaren Malvenblüten, schmeckt nochmal so gut und ist auf jedem Büfett ein Hingucker.

